Firma Machtnigs - Chancen vertan, Folgen unabsehbar
Der Redakteur wählt die Telefonnummer der Firma Machtnigs. Es meldet sich eine Frauenstimme: "Guten Tag, Machtnigs GmbH" - "Hallo, hier ist der Aktuelle Donautalkurier, ich hätte gern die Pressestelle." - "So was haben wir nicht." - "Dann geben Sie mir bitte jemanden der für die Presse zuständig ist." - "Ja, jetzt warten Sie mal."

Zunächst Stille, dann: "Vertrieb, Fritsch." - "Hier der Aktuelle Donautalkurier, sind Sie zuständig für Presseinformationen, Herr Fritsch?" - "Nein, Sie sind beim Vertrieb gelandet, ich verbinde, Moment ..." Der Redakteur spricht noch mit zwei anderen Stellen, bis er erfährt, dass die Geschäftsleitung selbst für die Pressebetreuung zuständig, jedoch heute außer Haus ist. Am nächsten Tag ist Direktionsassistent Huber am Telefon. Auf die Frage des Redakteurs nach Informationen zu einem Geschäft, das die Firma Machtnigs mit einem Partner abgeschlossen hat und über das man im Ort spricht, sagt er: "Dazu kann ich nicht viel sagen, da sollten wir warten, bis Herr Mehringer, der Geschäftsführer, zurück ist ..."

Beispiel eines unglücklichen Zufalls? Nein, leider eines von Hunderten, wie sie täglich im Kontakt zwischen Presse und mittelständischen Unternehmen vorkommen: Der Großteil der Firmen hat keine Presse- oder PR-Sachbearbeiter, von einer Pressestelle oder einem PR-Berater ganz zu schweigen. Mittelständische Betriebe haben noch immer wenig Kontakt zu den Medien und damit zur Öffentlichkeit. So jedoch werden Möglichkeiten vertan, das Unternehmen und seine Geschäftspolitik in der Öffentlichkeit zu präsentieren, es in einem gesellschaftslichen Zusammenhang zu stellen.

In diesen beiden Tagen hat die Firma Machtnigs mehrere guten PR-Chancen von Anfang an verspielt. Außerdem wurden Chancen zur Schaffung einer positiven Öffentlichkeit vertan worden. Es kann zu negativen Folgen führen.